Erntedank in unserer Zeit: Chrischona-Gemeinden Bezirk Wetter 

Erntedank in unserer Zeit

Der Ursprung des Erntedankfestes reicht bis in die vorchristliche Zeit zurück. In Mitteleuropa wurde es zur Tages- und Nachtgleiche am 23.9. mit einem Dankopfer gefeiert. Seit dem 3. Jahrhundert ist es in der katholischen Kirche belegt. In evangelischen Gemeinden wird das Fest am Sonntag nach Michaelis (29.9.) begangen.

Es soll an den engen Zu­sammenhang zwischen  Mensch und Natur erinnert werden. Der Mensch hat die Schöpfung Gottes nicht un­ter Kontrolle. Der Dank in den Gottesdiensten dient der Vielfalt des Lebens und der täglichen Nahrung.
Der Mensch erkannte: Er ist selbst Teil der Schöp­fung. Deshalb kritisieren Christen die Zerstörung der Umwelt, Manipulationen am Erbgut und Missbrauch der Bioethik. So wird das Erntedankfest heute unter ganz anderen Gesichtspunkten bedacht:

Was will uns das Erntedankfest heute sagen…

…in einer Zeit, in der viele Landwirte eine bittere Bilanz ziehen und viele bäuerliche Betriebe aufgegeben werden, weil es nicht gereicht hat?
… in einer Welt, in der ¾ der Menschheit nicht hat, was sie zum Le­ben braucht?
…in einer Zeit, in der Lebensmittelskandale unser Vertrauen in das, was auf dem Tisch steht, erschüttern?
… in einer Zeit, in der wir trotz der vorhandenen Überfülle bei uns in vielerlei Hinsicht ein armes Land sind?

Sicherlich haben wir nach wie vor Grund zum Danken. Trotzdem dürfen wir nicht aus dem Blick verlieren, wohin es mit uns gehen soll.

Es sind nicht vordergründig die Gaben Gottes, die uns das tägliche Überleben garantieren, an die wir uns erinnern.

Wir erinnern uns an Gottes Gaben.

Gott, der zeitlos ist, hat uns die Zeit zum Geschenk gemacht, da­mit wir seine Aufträge erfüllen können.

Aber genau das ist es, woran es uns heute fehlt: Kaum einer hat Zeit. Die Zeit rennt uns davon. Dies und das muss unbedingt heute noch erledigt werden. Zeit zum Ausspannen bleibt nicht.

Die Menschen, die gedanklich und körperlich gut abschalten kön­nen, werden immer weniger. Gerade jene haben gute Chancen, ihr Leben als erfüllt zu betrachten und es in vollen Zügen genießen zu können, wenn es auch die eine oder andere Widrigkeit in ihrem Le­ben zu bewältigen gilt.

Die stressfreien Momente sollten für uns alle nicht nur die Ausnah­me sein, sondern die Regel.

Genuss, Ruhe, Muße, Zufriedenheit, Gelassenheit sind die göttli­chen Elemente des Lebens und Gottes Gaben: Lassen, loslassen, zulassen, sich beschenken lassen.

Genussvolles Leben: Der Predigertext im 3. Kapitel  macht Mut dazu.  Wichtig ist: ganzheitlich sein, spüren und sich gönnen, was einem gut tut. Zu lassen anstatt zu tun, was würde das bewirken? Würde es der Menschheit nützen?

Wofür können wir heute danken?

Egal, wo wir heute stehen und welchen Beruf wir haben, können wir Gott für die Jahresernte danken. Wir haben Erfolge zu verzeich­nen, der eine mehr, der andere weniger. Gott schenkt uns die nöti­ge Kraft, Weisheit und Begabung. Er lässt uns nicht im Stich. Wenn wir unsere Anliegen vor ihn bringen, sorgt er dafür, dass uns gehol­fen wird. Wir können dankbar sein für einen Gott, der unsere  Sor­gen, Nöte und Probleme kennt und dem sie nicht egal sind. Er will, dass all seinen Kindern geholfen werde. Wir sollten nicht aus dem Blick  verlieren, wem wir diesen Erfolg zu verdanken haben.

Ulla Griego

Monatsspruch
Mai 2012

Alles, was Gott geschaffen hat, ist gut, und nichts ist verwerflich, was mit Danksagung empfangen wird.

  1.Timotheus 4,4

Wer Dank opfert, der preiset mich, und da ist der Weg, dass ich ihm zeige das Heil Gottes.

  Psalm 50,23

Gott aber sei Dank, der uns den Sieg gibt durch unsern Herrn Jesus Christus!

  1.Korinther 15,57


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