Jahresfest 2009: Chrischona-Gemeinden Bezirk Wetter 

Rückblick auf das Jahresfest in Goßfelden

Das 103. haben wir gefeiert! - Viele von uns sind zwar nicht 100 aber doch schon recht alt. Wir überlegen jedes Jahr neu, ob wir es noch einmal schaffen, unser Fest so groß mit allen Ge­meinden unseres Chrischonabe­zirks und den Gästen aus Goß­felden und Sarnau zu feiern. Und jedes Mal sind wir über­rascht, dass sich genügend Hel­fer einfinden und genügend wunderbare Torten gespendet werden. So wollen wir vermut­lich wagen, auch den 104. Ge­burtstag zu feiern.

Die Predigt hat mich in diesem Jahr nachdenklich gemacht: „Wer bin ich? – Was macht mei­nen Wert aus?“ - Frank Spatz, Leiter der Alpha-Buchhandlung Gießen, sprach zu diesem The­ma.

Ich bin, was ich tue. – Ich bin, was andere von mir halten. – Ich bin, was ich habe.

Diese drei Kriterien bestimmen meistens unseren Wert. - Auch meinen? In der letzten Zeit prüfe ich mich immer mal, ob es bei mir auch so ist. – Ist aus mir ge­worden, was ich wollte? Ist mein Beruf, meine Beschäfti­gung vorzeigbar? Und schon bin ich bei Punkt zwei: Werde ich so gut sein, dass man meine Leistung auch anerkennt, dass man gut findet, was ich tue? Wie sehr macht es mir zu schaffen, wenn ich merke, dass mir vieles nicht so gelingt, wie ich es möchte? Und: Ist es mir nicht doch sehr wichtig, sympathisch gefunden zu werden? Wie viele Zuge­ständnisse mache ich, um keinen Anstoß zu erre­gen? Wie froh bin ich, dass nicht alle alles von mir wissen? – Ich genieße es, morgens in unseren Garten zu schauen, noch Pläne für den Tag machen zu können. Noch! Ich fürchte die Zeit der Be­schränkungen - gesundheitlich - und als Folge davon auch die räumliche Beschränkung, die finanzielle, weil Pflege viel Geld kostet. – Und, wie Frank Spatz aufzeigte, kommt dann die Frage: Was bleibt von mir, wenn ich gestorben sein werde? Wie schnell wird es gehen, dass nichts mehr von mir da ist, kaum noch Erinnerung.

Ja, wer bin ich? – Ganz gleich, was aus mir geworden ist, beruf­lich, gesellschaftlich; ganz gleich wie anerkannt oder verkannt ich bin; ganz gleich wie einge­schränkt oder beweglich und le­bendig ich bin. Ich bin ein Ge­liebter, eine Geliebte Gottes. Nichts, gar nichts ändert etwas daran. Auch der Tod nicht, denn durch den Tod hindurch bleibe ich von Gott geliebt, von Gott er­wartet, von Gott liebevoll emp­fangen. Ich werde ihm sagen müssen, dass ich über sehr vie­les traurig bin, was ich nicht ge­tan, was ich schlecht getan, was ich verdorben habe, aber: Ich sage es dem der mich liebt, Gott, dem Vater.

Das Grußwort von Pfarrer Hammann, von Kirchenvorste­herin Helga Bosshammer vorge­tragen, passte zu unserem The­ma. Zum Wochenspruch: Lobe den Herrn, meine Seele, und vergiss nicht, was er dir Gutes getan hat (Psalm 103,2) sagte er u.a.: „Ein Mensch befindet sich in Zwiesprache mit seiner Seele. Damit tut er das, was uns Menschen von allen anderen Lebewesen unterscheidet. Nur wir Menschen können zu uns selbst in Distanz treten. Nur wir Menschen können uns zu uns selbst ins Verhältnis setzen.“ Und, so Pfarrer Hammann wei­ter: Der Psalmist ruft seine See­le auf, „ Gottes Wohltaten nicht zu vergessen. So wenig wie es einen Menschen auf dieser Erde gibt, den Gott nicht liebt, so we­nig gibt es auf der Welt einen Menschen, der Gott nicht für ir­gendetwas Gutes danken könn­te.“

Ja, wir sind bei diesem Jahres­fest mit unserer Seele, wir sind mit Gott ins Gespräch gekom­men, nun sollten wir auch zu un­serem Nächsten gehen.

Bärbel Wittchow

Monatsspruch
Mai 2012

Alles, was Gott geschaffen hat, ist gut, und nichts ist verwerflich, was mit Danksagung empfangen wird.

  1.Timotheus 4,4

Wer Dank opfert, der preiset mich, und da ist der Weg, dass ich ihm zeige das Heil Gottes.

  Psalm 50,23

Gott aber sei Dank, der uns den Sieg gibt durch unsern Herrn Jesus Christus!

  1.Korinther 15,57


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