Emmaus-Kurs
Auf dem Weg des Glaubens
In der Gemeindeleitung in Wetter überlegen wir uns schon seit Jahren, wie wir unsere Arbeit in Wetter gestalten können, dass wir die Menschen ganz konkret mit dem Evangelium erreichen können.
Dabei haben wir uns auch gefragt, wie uns Glaubenskurse dabei helfen können und sind auf einen gestoßen, den wir für geeignet halten.
Sein Name ist EMMAUS. Es ist mehr ein Konzept zum Aufbau einer Gemeinde als bloß ein Glaubenskurs und geht von der Tatsache aus, wie Erwachsene in unserer Zeit im Normalfall zum Glauben finden:
Normalerweise ist es so, dass ein Mensch zunächst einmal mit Christen in Kontakt kommt. Durch Begegnung in der Nachbarschaft, Vereinstätigkeit, usw. Das schafft Vertrauen, sodass diese Menschen sich auch in die Gemeinschaft bzw. Gemeinde einladen lassen. Dies kann ein besonderer Gottesdienst oder ein Hauskreis, etc. sein. Und dies führt schließlich in aller Regel dazu, dass der Mensch zum Glauben an Jesus Christus findet. Dieser Weg benötigt einen langen Atem bzw. viel Geduld.
Das EMMAUS-Projekt orientiert sich an dieser Realität und ermöglicht dadurch den Gemeinden ...
... ihr Leben am Missionsbefehl Jesu auszurichten
... Beziehungen zu den Menschen außerhalb der Gemeinde aufzubauen
... suchende Menschen auf Ihrem Weg zu begleiten und
... neuen Christen zu helfen, im Glauben zu wachsen.
Bei der Umsetzung des Projektes sollen uns die vier sog. „Emmaus-G“ leiten: (1) Gemeinschaft: Auf dem Weg zum Glauben bewährt sich, dass wir als Christen mit anderen Menschen echte und intensive Gemeinschaft pflegen. (2) Gebet: Weil nur Gott die Tür zum Herzen eines Menschen öffnen kann, beten wir treu für die Menschen, die wir gewinnen möchten. (3) Geduld: Christ-Werden ist ein oft langwieriger Prozess. Es hat keinen Sinn, hier etwas beschleunigen zu wollen, was noch nicht reif ist. (4) Geist Gottes: Gott ist der Evangelist, der einen Menschen für sein eigenes JA zu Jesus Christus vorbereitet. Wir sind dann nur die „Hebammen“.
Die Umsetzung dieses Projekts geht in drei Phasen vor sich, die wiederum unter drei Stichworten zusammengefasst sind: Begegnen - Begleiten - Bestärken
1. Phase - Begegnen:
Als Christen begegnen wir anderen Menschen im Alltag auf ganz natürliche Weise. Dabei entstehen auch engere Kontakte, die in dieser Phase einfach weiter gepflegt werden sollen. Es kommt nicht auf die Menge der Kontakte an, sondern dass sie so sind, dass die Menschen sich evtl. zum EMMAUS-Glaubenskurs einladen lassen. Die Gemeinde sollte dabei auch ihre Gemeindekontakte fantasievoll nutzen, die z.B. entstehen durch besondere Veranstaltungen und Gottesdienste.
2. Phase - Begleiten:
Auf die erste Phase folgt das Angebot des Glaubenskurses - der sog. Basiskurs -, der bis zu 15 Abende zu verschiedenen Themen des Christseins/Glaubens gehen kann. Die Gemeinde muss nicht alle Abende anbieten, kann es aber tun. Wichtig ist, dass dadurch Menschen in den wichtigen Fragen ihres Lebens begleitet werden. Die Abende selbst werden von viel Austausch zu den Themen geprägt sein.
3. Phase - Bestärken:
An diesen Basiskurs können sich weiterführende Kurse anschließen, die dazu helfen sollen, seinen Glauben im Alltag zu leben. Sie sollen der Stärkung des Glaubens dienen. Wie das aussehen könnte, ist aber noch nicht klar.
Wichtig ist:
Es zählt nicht die Menge der Kontakte, die wir haben, sondern dass wir dafür beten, dass uns Gott den Menschen zeigt, bei dem er sich durch diesen Kurs bekannt machen möchte. Dabei können alle mitmachen, denn es wird verschiedene Möglichkeiten des Dienstes geben. Ganz wichtig ist auch der Gebetesdienst, denn bevor wir mit einem Menschen über Gott reden sollten wir mit Gott über den Menschen reden. Ohne das Gespräch mit Gott wird es nicht gelingen!
Unter den Glaubenskursen ist das EMMAUS-Projekt dasjenige, das auch eine Gemeinde mit kleiner Kraft schultern kann. Es ist nicht sehr aufwändig und benötigt keinen zusätzlichen hauptamtlichen Mitarbeiter. Bei der Umsetzung wird es nicht darum gehen, die tollsten Dinge aufzufahren und möglichst die Gemeinde in ein gutes Licht zu rücken, sondern darum, dass Menschen sich wohl fühlen und in der Gemeinschaft mit Christen zu Christus finden. In diesem Sinne kann dieses Projekt jeder Gemeinde dabei helfen, ihren von Gott gegebenen Auftrag umzusetzen.
Hans-Werner Zöllner

