Unsere Mitmenschen mit den Augen Jesu sehen - die sieben Werke der Barmherzigkeit:
1. Die Hungrigen speisen
In der Endzeitrede Jesu in Mt 25, 34- 46 spricht Jesus von den 7 Werken der Barmherzigkeit: „Wenn aber der Menschensohn kommen wird, wird er sagen: „Kommt her, ihr Gesegneten meines Vaters. Ererbt das Reich, das euch bereitet ist von Anbeginn der Welt! Denn ich bin hungrig gewesen und ihr habt mir zu essen gegeben… Was ihr getan habt einem von diesen meinen geringsten Brüdern, das habt ihr mir getan.“
Die Liste umfasst, was den Christen zu tun geboten (nicht zu unterlassen) ist: Das Beheben allgemein menschlicher und immer wiederkehrender existenzieller Nöte. Dabei wird „die Hungrigen speisen“ als erstes aufgeführt.
Wir sind aufgerufen uns in die Lage der Notleidenden hineinzuversetzen und zu helfen, wo es nötig ist. Das Motiv dazu ist die Nächstenliebe und nicht das Verrichten guter Werke, um uns den Himmel zu „verdienen“. Beispielhaft gibt uns Jesus dazu im Gleichnis vom barmherzigen Samariter (Lk. 10, 25- 37) eine Anleitung.
Sicherlich gibt es Aktionen wie: „Brot für die Welt“ oder „misereor“ (in der katholischen Kirche). Durch Spenden an diese Einrichtungen können wir diesem Aufruf recht unpersönlich nachgehen. Aber nicht nur in der Dritten Welt, sondern auch hier in Wetter gibt es eine steigende Zahl von Menschen, die am Rande des Existenzminimums leben. Sie können sich gerade die Grundnahrungsmittel leisten. Jeder „Luxus“ ist ihnen fremd. Ebenso gibt es solche, die sich überlegen, ob sie lieber Rinder-Roastbeef oder Lammbraten essen. In dieser Welt sind die Güter ungleich verteilt. Gott hatte es so geplant, dass für jeden genug und kein Mangel ist.
In der urchristlichen Gemeinde hat es anfangs noch funktioniert. Man traf sich zum Agape-Mahl und teilte alles redlich miteinander. Jedoch hatte Paulus an die Gemeinde in Korinth recht bald berechtigte Kritik geäußert, weil sie die Bedürftigen aus dem Blick verloren haben.
Ich freue mich immer auf die Abendgottesdienste mit sich anschließendem, gemeinsamen Abendessen. Wir tragen unsere Gaben zusammen und teilen sie miteinander. Aber auch - und gerade - die, die der Gemeinde nicht angehören, sollen in den Genuss leckeren Essens kommen.
Das ist eine große Chance für unsere individualisierte Gesellschaft, in der jeder nur nach seinem Vorteil strebt. Es ist heilsam für uns, zweckfrei füreinander da zu sein.
Jesus hat sich den Himmel nicht verdienen müssen, denn er sitzt zur Rechten Gottes. Ihn hat das Leiden der Menschen erbarmt. Deshalb war er sogar bereit in den Tod zu gehen. Gerade beim Essen hat er die Situation genutzt und den Menschen von der überströmenden Liebe Gottes erzählt und sie so für ihn begeistert.- Welche Chancen bieten sich uns!?
Wo auch immer wir Not leidende Mitmenschen erblicken, sollten wir uns fragen: „Was würde Jesus tun?“ - und dann mutig handeln!
Ulla Griego

