Veränderung 07: Chrischona-Gemeinden Bezirk Wetter 

Sechs Phasen einer Veränderung

„Südkalifornien ist bekannt für seine Strände. Hier wurden die Musik der Beach Boys, Strandparties und na­tür­lich das Surfen populär. Auch wenn das Surfen bei den meisten amerikanischen Kids vom Skate­board­fahren abgelöst worden ist (da sie keine Gelegenheit zum Surfen ha­ben), ist der wahre Sport in Süd­kali­fornien immer noch populär. Viele un­serer Schulen bieten Kurse im Sur­fen an. Beim Un­ter­richt im Surfen wird man Ihnen alles beibringen, was Sie darüber wissen müs­sen: wie Sie die richtige Ausrüstung wählen, wie Sie das Brett richtig benutzen, wie Sie eine Welle erkennen, auf der Sie „reiten“ können, wie Sie eine Welle er­wischen und sich so lange wie mög­lich auf ihr halten können. Und, das ist das Wich­tigste, wie Sie die Wel­le wieder verlassen, ohne von ihr um­geworfen zu wer­den. Aber es wird nie eine Unterrichtseinheit geben mit dem Titel „Wie man eine Welle macht“. Surfen ist die Kunst, auf den Wel­len zu reiten, die Gott gemacht hat. Gott macht die Wellen, die Sur­fer reiten nur auf ihnen. Kein Wellen­rei­ter ver­sucht sich daran, selbst Wel­len zu schaffen. Wenn keine Wel­len da sind, dann geht man an die­sem Tag eben nicht Surfen! Wenn Surfer aber eine richtig gute Wel­le sehen, dann tun sie alles, um so lange wie möglich auf dieser Wel­le reiten zu können, auch wenn das vielleicht heißt, mitten in einem Sturm zu surfen.“

Die Gemeinde Jesu Christi ist und bleibt beauftragt, das Evangelium von der Er­lö­sung der Welt allen Men­schen weiterzusagen. Sie ist von Gott gewollt, sie lebt aus seinem Wort und in der Gegenwart des Geistes. Dabei ist und bleibt Christus das Haupt seiner Gemeinde. Und doch muss sich die Gemeinde immer wieder fra­gen lassen, ob ihre Glau­bens­gestaltung noch authentisch ist und ob ihr Weg zu den Menschen und ihre Lebensweise noch ver­stan­den werden können. Und das führt au­to­matisch zu Veränderungen, aber nicht um der Veränderung willen, son­dern um Gottes Willen, der uns den Auftrag gegeben hat, sein Wort den Men­schen unserer Zeit weiter­zu­sa­gen. Darum kann man auch sich­er sagen, dass je­de Veränderung wie solch eine oben beschriebene Welle ist, die uns unser guter Gott sendet, um seine Gemeinde so zu formen, dass sie diesem Auftrag in ihrer Zeit gerecht werden kann. Wichtig für uns als Mitarbeiter wird sein, uns, in der Stil­le vor Gott, die „Wellen“ zei­gen zu lassen, mit denen er auch unsere Gemeinde verändern möch­te.

Und dazu dienen auch die sog. „Sechs Phasen der Veränder­ung“:Diese Methode hat keine Kraft in sich! Sie „funktioniert“ nicht von selbst, sondern hilft uns nur dann, wenn unser höchstes Ziel ist und bleibt: „Finde heraus, was Gott von dir möchte... Und dann tue es!“

Phase 1: Eine alte Regel besagt: „Das Ziel bestimmt den Weg!“ Wenn ich nicht weiß, wo ich hingehe, brau­che ich erst gar nicht losgehen! Es braucht also einen Punkt „A“, der Punkt, an dem wir als Gemeinde ge­ra­de stehen! Und einen definier­bar­en Punkt „B“ in der Zukunft, der Punkt, auf den wir zuarbeiten möch­ten! Der Tenor dabei ist die Frage: „Wie soll die Gemeinde in fünf bis zehn Jahren aus­sehen? Was sollen Ge­meindeglieder / Nachbarn / Freu­n­de / die kommunale Gemeinde / der Bürgermeister über meine Ge­mein­de sagen können? Was ist un­ser Auftrag von Gott an unserem Ort? Usw...“ Dieser Auftrag sollte dann mög­lichst in einem oder mehreren Leitsätzen zusammen­ge­fasst wer­den, und zwar so, dass es ein­fach zu be­halten ist!

Phase 2: In der zweiten Phase geht es darum, die mit einzube­zie­hen, die es nachher auch betrifft. Sprich: Die Gemeinde. Denn der Rest der Gemeinde muss ja auch mit ins Boot, damit der Veränderungs­pro­zess von möglichst vielen mit­ge­tra­gen und mit verantwortet werden kann. Dabei stellt sich die Frage: Können alle den Auftrag (die Leit­sätze) verstehen, die wir in Phase 1 formuliert haben? Dazu muss er in einer Sprache formuliert werden, die jeder versteht, wobei die Idee, der Ge­danke und das Herz, das in dem Auftrag schlägt entscheidend ist! Um das um­zu­setzen, sollten kommunika­tions­fähige Mitarbeiter aus dem Ge­mein­de­leitungs­team (GLT) gezielt mit Gemeindegliedern sprechen, denn es ist wichtig, dass mit den Men­schen aus der Gemeinde ge­sprochen wird und sie den Auftrag auch zu ihrem machen. In der Praxis kann dies folgendermaßen aus­sehen: Ich treffe mich mit einer Per­son der Gemeinde, spreche über das, was uns gerade im GLT be­wegt und stelle dabei auch Fragen wie z.B.: „Haben Sie eine Idee, wo es mit uns­rer Gemeinde hingehen könnte?“ „Haben Sie eine Ahnung, was wir in der Zukunft tun sollten?“ „Können Sie sich vorstellen, wo unsere Ge­meinde in 10 Jahren steht?“ Auf die­se Art und Weise kann eine Identi­fi­ka­tion mit der eigenen Gemein­de ent­stehen, die in den weiteren Pha­sen der Veränderung sehr hilfreich sein kann.

Phase 3: In dieser Phase geht es einfach um Fragen wie: „Was war frü­her bei uns erfolgreich?“ „Was hat nicht geklappt?“ „Wie gestalten wir die nächsten Schrit­te?“ „Welche Mö­glich­keiten haben wir?“ „Unter welchen Rahmen­beding­ung­en müs­sen wir arbeiten?“ „Wie ist es zu be­wäl­tigen?“ „Wieviel Zeit braucht man da­zu?“ „Welche finanziellen Mittel stehen uns zur Verfügung?“ In dieser Phase geht es also darum, die Ge­mein­de zu analysieren und ihr sozial­es und gesell­schaft­liches Umfeld un­ter die Lupe zu nehmen, um dann eine Strategie erarbeiten zu können, die der Gemeinde hilft, ihren Auftrag in ihrem Umfeld wahrzunehmen: Men­schen für Jesus Christus zu ge­winnen! Hier ist es sicher nicht schlecht, wenn man weiß, welche Mit­arbeiter mit welchen geistlichen Ga­ben der Gemeinde zur Ver­fügung ste­hen. Man kann so einfach besser planen und sehen, welche Möglich­kei­ten - von den Fähigkeiten der Mit­arbeiter aus gesehen - die Gemeinde hat, um ihre Vision in die Tat umzu­setzen! Ich gehe davon aus, dass Gott einer Ge­meinde immer die Men­schen mit den Gaben schickt, die dazu dienen, dass Ge­meinde Jesu an diesem Ort gebaut werden kann. Ich kann aus dem NT nichts anderes erkennen. Um entscheiden zu kön­nen, welcher Weg hier am Besten ge­gangen werden kann, wäre es in die­ser Phase (bzw. schon von An­fang an) sicher nicht schlecht, einen ex­ternen Berater zur Verfügung zu ha­ben!

Phase 4: In dieser Phase geht es zuerst mal um die Konsequenzen. Man stellt sich jetzt konkret auf die Ver­änderung ein und fragt sich: „Wie kann man mit der Ver­änderung/der neu­en Situation umgehen?“ „Welche Er­gebnisse sind möglich?“ „Was be­deutet die Veränderung für mich per­sönlich? Was soll ich jetzt tun?“ „Wer ist für was verantwortlich?“ Usw.. Wenn diese Fragen bedacht sind, geht es um Zu­sam­menarbeit und kon­kretes Handeln. D.h., es werden Entscheidungen ge­trof­fen, wie z.B.: „Wir arbeiten ab sofort in Teams!“ „Die­ser oder jener Leiter kann die oder die Aufgabe jetzt selbständig über­nehmen!“ Etc. Bei den Zielen, die man sich hier steckt muss darauf geachtet werden, dass sie nicht zu pauschal sind! Vor­ga­ben bitte genau de­finieren, einen Verantwortlichen fest­legen, einen Zeitrahmen setzen, und ein Kontrollinstrument festlegen.

Phase 5: Was entschieden wur­de, wird nun umgesetzt! In dieser Pha­se wird sich bewähren, wie ernst wir es mit der Veränderung gemeint haben. Denn jetzt ist jeder gefragt.

Phase 6: Wir haben uns ja in Phase 4 gewisse Ziele und Limits ge­setzt. Jetzt wird zurückgeschaut! Was gewesen ist wird beurteilt, be­sprochen und analysiert. Und das bitte ehrlich! Wir brauchen uns an dieser Stelle nichts vorzumachen, denn das hilft uns nicht weiter! Wenn wir einen Berater einbezogen haben, dann wird diese Phase leichter zu meistern sein! Eine der wichtigsten Fragen dabei wird sein: Was haben wir erreicht und was kann man ver­bessern? Aber es wird in die­ser Pha­se nicht nur kritisiert! Es wird auch kräf­tig gefeiert! Erfolge/Ziele, die man er­reicht hat, die muss man fei­ern! Das gehört zu den mensch­lichen Bedürfnissen und auch auf die muss man achten! Wir arbeiten für unseren Herrn, das ist ganz klar! Aber er hat die Bedürfnisse nicht in den Menschen hineingelegt, damit wir ein­fach darüber hinweg gehen! In die­ser Phase kommt dann aber auch eine neue „Welle der Veränderung“ in den Blick! Auch deshalb ist das Bild von der Welle gar nicht so schlecht. Das heißt nicht, dass es erst mal runter geht, wenn die Phase 6 durch­schritten ist, sondern sie ent­hält im Grunde schon wieder die Pha­se 1 der neuen Welle. Und so geht es Welle für Welle - mit viel Ge­duld, Ausdauer und Ver­trauen auf die Macht und Stärke unseres Herrn - auf das Ziel zu, das sich unser Gott mit unsrer Gemeinde gesteckt hat. Ver­gessen wir dabei aber nie den Grund­satz:

”Finde heraus, was Gott von dir möchte...
Und dann tue es!“ (Robert Logan)

Monatsspruch
Mai 2012

Alles, was Gott geschaffen hat, ist gut, und nichts ist verwerflich, was mit Danksagung empfangen wird.

  1.Timotheus 4,4

Wer Dank opfert, der preiset mich, und da ist der Weg, dass ich ihm zeige das Heil Gottes.

  Psalm 50,23

Gott aber sei Dank, der uns den Sieg gibt durch unsern Herrn Jesus Christus!

  1.Korinther 15,57


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