Nun sind wir 100
Wir haben es gefeiert; wir sind tatsächlich 100 Jahre alt. Ein gesegnetes Alter für einen Menschen, eine kurze Zeit im Leben der Kirche.
Aber der Rückblick zeigte uns: Wir sind nicht mehr dieselben. Auch Kirche wandelt sich; auch Gemeinschaften wandeln sich. Und die Besinnung zeigte uns erneut: Wir müssen uns wandeln. Nun ist das nicht so leicht, wenn wir Mitglieder relativ alt sind.
So haben wir bei der Vorbereitung auf unsere Feier mit dem Rahmen angefangen: Unser Haus ist runderneuert. Dank Konrad Hedderich und vielen Helfern zeigen Fassade, Flur und Türen – nicht zu vergessen die Toiletten, dass wir in ein freundliches Haus einladen.
Unser erster Abend lud zu und mit Liedern in unsere Gemeinde ein. Viele haben sich von der schönen Stimme von Waltraud Kaufmann mitnehmen lassen in das Lob Gottes. Alte und neuere Lieder wurden für manche zu einem Rückblick auf gute und vielleicht auch schwere Jahre in der Chrischona- Gemeinschaft. Heinrich Kaufmann machte durch Texte, Psalmen und begleitende Worte den Abend zu einem mutmachenden Auftakt für unsere Festlichkeiten. Wie schon in seiner Zeit als Prediger im Bezirk Wetter sorgte er zusammen mit seiner Frau für ein herzliches, frohes Miteinander, das alte Bekannte und Freunde und alle, die Kaufmanns noch nicht kannten einschloss.
Beim zweiten Abend erfuhren wir, dass Gesundheit nicht alles ist. – Das Leben eines Gelähmten muss so schlimm gewesen sein, dass seine Freunde Unglaubliches taten, um ihn zu Jesus zu bringen, dem Mann, von dem sie gehört hatten, dass er heilt. Und was tut Jesus? Er sagt ihm: „Dir sind deine Sünden vergeben.“ Wir kennen die Geschichte: Jesus heilt ihn dann doch noch, denn er weiß, wie schrecklich Leiden sein können. Aber – was bedeutet uns Vergebung; brauchen wir sie überhaupt noch? Ist sie uns selbstverständlich geworden? Wären wir - wenn wir ganz ehrlich sind – auch enttäuscht gewesen, wenn uns nur unsere Sünden vergeben worden wären? Sind wir enttäuscht, weil uns zwar unsere Sünden vergeben, wir aber immer noch in unserer Not gefangen sind? Diese Fragen hat der Abend z.B. bei mir wachgerufen.
Der Abend mit den Fotos, den ehemaligen Predigern und Mitarbeitern der Gemeinde, den Erinnerungen, zeigte die Mühen, die Freude und den bewundernswerten Einsatz, mit denen die Chrischona-Gemeinschaft Goßfelden/Sarnau am Bau und Erhalt der Gemeinde beteiligt war. Für Gott, für Jesus, aus Seiner Kraft, „denn ohne mich könnt ihr nichts tun“ war Fundament und Überschrift für diese 100 Jahre.
Und nun der Festgottesdienst. Noch mehr Gäste! Wir haben uns darüber alle sehr gefreut. Die Grußworte von Pfr. Hammann, Herrn Meinel, als Vertreter des Bürgermeisters, von Herrn Lies, dem Ortsvorsteher von Goßfelden, und Prediger Rapp ermutigten uns zu ganzem Einsatz als Christen in der politischen Gemeinde und zu diakonischem Handeln. Die Predigt von Inspektor Rainer Geiss war Mahnung und Aufruf: Christen müssen „nein“ zu den Ansprüchen der Welt, aber „ja“ zum Anspruch Gottes sagen und beides dazu einsetzen, um dem Frieden zu dienen, in der Gemeinde und in ihrem Umfeld. Die Kirchenchöre und die Posaunenchöre des Bezirks Wetter und der Kirche Goßfelden begeisterten alle Zuhörer. – Es war ein wohltuender Abschluss dieser Woche, dass wir mit über 200 Gästen gemeinsam Kaffee und Kuchen genießen konnten.
Bärbel Wittchow

